Eigentlich sollte es der perfekte Urlaub werden: Ruhe und Entspannung pur in einem kleinen, einsam gelegenen Dorf in der Bretagne. Das Meer direkt vor der Tür, am Abend ein Abstecher ins lokale Bistro und ansonsten Ausschlafen, Faulenzen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Nun steht Herbert S. irgendwo im Nirgendwo an einer Landstraße und der Motor qualmt. Dazu hat das Handy keinen Empfang und weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen.

Aber vielleicht sollte man am Anfang beginnen: Herbert S. sah das Angebot im Reisebüro. Ein malerisches bretonisches Dorf direkt an einem einsamen Strand. Dazu ein gepflegter großer Garten und Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar. Ein Blick auf den Urlaubsplan für Mitarbeiter brachte ein Lächeln ins Gesicht des Herrn S., denn keiner seiner Kollegen hatte in diesem Zeitraum Urlaub beantragt. Schnell trug er sich ein, ging in der Mittagspause direkt ins Reisebüro um die Ecke und buchte sein idyllisches Ferienhaus in Frankreichs Norden. Er kaufte sich sogar einen Strohhut, von dem er annahm, er würde dem französischen Naturell entsprechen – und freute sich auf seinen grandiosen Urlaub.

Herbert S. ist im Außendienst einer großen deutschen Firma tätig und viel unterwegs. Sein Dienstwagen ist ein recht neuer, sehr zuverlässiger und komfortabler Mittelklassewagen, den er nach Absprache auch für die Fahrt nach Frankreich nutzen darf. Eine Woche vor seinem Urlaub brachte er dieses Auto zur Kontrolle in die Vertragswerkstatt. Da Urlaubszeit war, verbrachte er Stunden der Warterei und nutzte die Zeit, um anfallende Reisekosten Arbeitgeber zu berechnen. Endlich an der Reihe stellte der Mechaniker dringende Reparaturen fest, die aber ganz knapp vor dem Urlaub erledigt werden würden. Im Büro angekommen stellte Herr S. fest, dass sein Urlaub um 2 Wochen verschoben wurde und unerwartet wichtige Kundentermine anstanden! Stundenlange Telefonate und Gespräche regelten alle Widrigkeiten, aber in seiner Wohnung angekommen stand diese unter Wasser – ein geplatzter Waschmaschinenschlauch. Entnervt, mitten in der Nacht und einer Flucht gleich fuhr Herbert S. Richtung Frankreich, stand geduldig im Stau, wich französischen Autofahrern geschickt aus und landete schließlich auf der Landstraße – wo sein Auto plötzlich den Geist aufgab.

Machen wir es kurz: Es klappte alles und der Urlaub war wie gewünscht. Zum Glück musste er für diese Fahrt keine Reisekosten Arbeitgeber geltend machen. Dafür trug er sich gleich nach seiner Rückkehr in den Urlaubsplan für Mitarbeiter ein, denn beim nächstes Mal sollte nichts schiefgehen.

Author barb